Das Museu do Dundo in Nordost-Angola soll wieder eine internationale Forschungsstätte werdenAm 16. November 2002 fand im Museu do Dundo, Provinz Lunda-Norte, im Rahmen der Unabhängigkeitsfeiern die Präsentation des Katalogs der etwa eintausend ethnographischen Objekte statt, die der deutsche Ethnologe Hermann Baumann (1902-1972) 1954 in Südwest-Angola erworben hatte und die seitdem in diesem Museum verwahrt wurden. Die Sammlung konnte jetzt mit Unterstützung des Arquivo Histórico Nacional in Luanda von der deutschen Historikerin und Ethnologin Frau Dr. Beatrix Heintze (Frobenius-Institut, Frankfurt am Main) in Köln veröffentlicht werden. Mit dieser Zeremonie, zu der die Herausgeberin nach Angola eingeladen worden war und die unter Anwesenheit des angolanischen Botschafters in Berlin, S.E. Herrn Alberto Ribeiro „Cabulo“, des Bischofs der Diözese Lunda-Norte, Eminenz Joaquim Ferreira, des Gouverneurs der Provinz Lunda-Norte, Herrn Manuel Gomes Maiato, und der Generaldirektorin des Nationalarchivs, Frau Dr. Rosa Cruz e Silva, stattfand, verband sich die Absicht, das Museum wieder zu einer internationalen Forschungsstätte zu machen. Frau Dr. Heintze, die sich seit über dreißig Jahren der Erforschung der angolanischen Geschichte und Kulturgeschichte widmet, betonte in ihrer Ansprache, wie wichtig die Kenntnis der eigenen Geschichte für die Gestaltung der Gegenwart sei. Sie zeigte sich sehr von den Anstrengungen beeindruckt, die Angola trotz immenser wirtschaftlicher und sozialer Probleme auch im Hinblick auf die Erschließung, Dokumentation und Bewahrung archäologischer, historischer, ethnographischer und anderer Zeugnisse der Vergangenheit zur Zeit unternehme. Mit ihren eigenen Arbeiten, die sich jetzt vor allem dem 19. Jahrhundert zuwenden, hofft sie, auch auf internationaler Ebene dazu beitragen zu können, daß man afrikanische Geschichte weniger ausschließlich als diejenige der anglophonen und frankophonen Länder wahrnimmt. Diese Absicht liegt u.a. auch einem internationalen Symposium zugrunde, das Frau Dr. Heintze zusammen mit dem Zentrum Moderner Orient zum Thema Angola in Bewegung. Transportwege, Kommunikation und historische Prozesse im September 2003 in Berlin veranstalten wird.
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