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Die Steinnekropolen der Provinz Kwanza Sul

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Steinnekropole südlich von Quibala (Foto H. Baumann 1954)

Südlich des Kwanza finden sich zahlreiche eindrucksvolle Steinnekropolen, deren Existenz spätestens seit dem 18. Jahrhundert bezeugt ist. Sie konzentrieren sich in einem weiten Umkreis von Quibala von etwa Calulo im Norden bis Cassongue im Süden und vom Hinterland von Sumbe und am Nhia im Westen bis Haco im Osten. Man hat bisher etwa 200 solcher Nekropolen registriert, die meist 8 bis 12 Tumuli, selten mehr als 20 Tumuli zählen. Doch finden sich auch Nekropolen mit 80 bis 100 Grabanlagen und Einzelgräber. Die Steingräber wurden meist auf felsigem Grund auf Granithügeln errichtet und weisen entweder einen viereckigen oder einen runden Grundriß auf. Die runden Gräber haben einen zylindrischen oder kuppelförmigen Steinaufbau.
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Steingrab südlich von Quibala (Foto H. Baumann 1954)
Manche Gräber sind mit Ornamenten, die aus Steinplatten gebildet wurden, versehen. Nischen und blinde Fenster sollen der Seele des Verstorbenen als Ein- und Ausgang gedient haben. Da archäologische Untersuchungen und folglich C 14-Datierung noch fehlen, ist das Alter dieser Gräber nicht bekannt. Viele reichen wohl nicht weiter als in das 19. und 18. Jahrhundert zurück. Einige der schönsten wurden sogar erst im 20. Jahrhundert errichtet. Wahrscheinlich bezieht sich jedoch eine Gravur in Cavazzis Werk bereits auf ein solches kuppelförmiges Steingrab südlich (und nicht nördlich) des Kwanza, eine Gegend, die der Autor in den Jahren 1658 und 1659 bereist hat, und es ist keineswegs auszuschließen, daß manche dieser Grabstätten noch um einiges älter sind.

Die Steinnekropolen dienten Häuptlingen und, in abgestufter, kleinerer Ausführung, ihren Frauen, bedeutenden Jägern, anderen herausragenden Persönlichkeiten sowie erfolgreichen Jagdhunden als letzte Ruhestätte. Die besonders komplexen Beisetzungsrituale für einen Oberhäuptling zogen sich über drei Jahre hin und schlossen auch die Mumifzierung seiner Leiche ein. Er allein erhielt ein Vierkammergrab, dessen einzelne "Zimmer" durch Steinmauern von einander abgegrenzt wurden. Erst im Rahmen einer abschließenden Feier wurde schließlich sein Mausoleum vollendet.

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Steingrab südlich von Quibala (Foto H. Baumann 1954)

Heute steht außer Frage, daß die einheimischen, seßhaften Mbundu die Erbauer dieser Nekropolen gewesen sind und nicht die im 16. und 17. Jahrhundert in diesem Gebiet umherziehenden "Jaga". Auch ein Zusammenhang mit den Ruinenerbauern von Simbabwe, den man vor allem aufgrund entsprechender Ornamente (Chevron, Pamrippenmuster) früher angenommen hat, kann definitiv ausgeschlossen werden.

Steingräber und Steinnekropolen sind seit dem 18. Jahrhundert auch nördlich des Kwanza dokumentiert, z.B. aus dem Gebiet des Ndembu Cabouco (1783/84, vor 1880), aus der Nähe von Quibaxe (vor 1973), von Ndalatando (1967) und von Pungo Andongo (1854, 1879; C 14 Kapanda: um 1770 bzw. 1840). Ihr Zusammenhang mit denjenigen im Süden steht noch nicht fest. Möglicherweise gehören sie unterschiedlichen Traditionen und Epochen an, einige von ihnen sind aufgrund der auf ihnen gefunden charakteristischen Tonfigürchen (Ndalatando, Pungo Andongo) und lokaler Erinnerung vermutlich den Ambakisten des 19. Jahrhunderts zuzuschreiben. Dagegen könnte die Entdeckung eines großen Tumulus mit drei Kammern in Kapanda bei Pungo Andongo auf eine Verbindung mit den südlichen Nekropolen hinweisen.


Autorin:
(Informationen über Frau Dr. Heintze)
Dr. Beatrix Heintze
(ehemalige Mitarbeiterin des Frobenius-Institutes)
Frobenius-Institut
Grüneburgpark 1
60323 Frankfurt
  Tel. Sekretariat: (069) 798 330 50
Heintze@em.uni-frankfurt.de
www.frobenius-institut.de

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