‘’Deutschland stellt Soforthilfe für Flutopfer bereit’’

Jul 22, 2021

Die Bundesregierung wird heute voraussichtlich Hunderte Millionen Euro Soforthilfe für die Flutopfer in Westdeutschland bereitstellen, bei denen mindestens 169 Menschen ums Leben kamen.

In einem vom Ministerrat zu verabschiedenden Plan haben Berlin und die für den Bevölkerungsschutz zuständigen deutschen Regionen eine Soforthilfe in Höhe von 400 Millionen Euro zugesagt, heißt es in einem in mehreren deutschen Medien veröffentlichten Dokument.

Ziel ist es, die dringendsten Bedürfnisse wie die Sicherung beschädigter Gebäude und Infrastruktur in den am stärksten von den Überschwemmungen betroffenen Regionen zu erfüllen, von denen einige ohne Trinkwasser und Strom sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach am Dienstag bei einem Besuch in der mittelalterlichen Stadt Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen schnelle Hilfe "in den kommenden Tagen" und "unbürokratisch".

Die ersten Mittel sollen durch "ein milliardenschweres Wiederaufbauprogramm" ergänzt werden, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz in einem Interview mit der Rheinischen Post.

Der Minister wird voraussichtlich heute um 9:00 Uhr (Lissaboner Zeit) eine Pressekonferenz zusammen mit Innenminister Horst Seehofer abhalten, um den Plan zu erläutern.

Berlin erwägt auch, sich an den Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EU) zu wenden, der Mitgliedstaaten bei Naturkatastrophen finanziell unterstützt.

Der Wiederaufbau der vom Hochwasser betroffenen Städte und Infrastruktur werde "eine langfristige Aufgabe" sein, räumte die Kanzlerin am Dienstag ein. „Wir werden es so schnell nicht vergessen“, garantierte sie.

Als im Jahr 2013 die Flüsse Elbe und Donau acht Bundesländer überfluteten, hat der deutsche Staat einen Hilfsfonds in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro geschaffen.

Sieben Tage nach der Katastrophe sei es noch zu früh, um den Schaden genau einzuschätzen, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

„Im Ahrtal haben wir 20 der 35 Brücken zerstört. Das gibt uns einen Vorgeschmack auf die enorme Aufgabe, die auf uns wartet“, sagte er der Passauer Neue Presse.

Die Staatsbahn meldete an 80 Bahnhöfen "massive Schäden". In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, den beiden am stärksten von Starkregen betroffenen Regionen, wurden mehr als 600 Kilometer Bahngleise zerstört.

Versicherer müssen Rekordschäden bezahlen.

2021 werde wahrscheinlich das teuerste Jahr für Unternehmen der Branche seit 2013, als der Schaden 9,3 Milliarden Euro erreichte, sagte Branchenverbandsvorsitzender Jörg Asmussen.

Auch andere mitteleuropäische Länder wurden von heftigen Regenfällen und massiven Überschwemmungen heimgesucht, wie beispielsweise Belgien, wo 31 Menschen starben.

Von schlechtem Wetter waren auch Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, die Schweiz, Italien und Österreich betroffen.

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Lusa/Fim